pr mit biss - neues aus der PR-Welt

Allgemein

27. August 2010

Tschüß Poldi, hallo Poldini!

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Poldi hat mich verlassen – mein kleiner Trainee ist Flügge geworden und wechselt auf Unternehmensseite. ich ahbe ihn hart gefordert und von daher wird er jetzt einen Bomben-Job machen. Ich bin ganz ehrlich – er wird mir auch verdammt fehlen!

Zum Glück gibts Social Games und das Spiel Pet Society. Im Selbstversuch habe ich mir dort mein eigenes Haustier online über meine Facebook-Seite angeschafft – ein virtuelles Tamagotchi so zu sagen.

Für alle die es noch nicht wissen: Social Games sind Online-Spiele, die man auf Netzwerk-Plattformen spielt wie Facebook, MySpace oder StudiVZ und scheinen zurzeit besonders im Trend zu liegen. Man kann dort zu seinem normalen Nutzerprofil Applikationen für Spiele hinzufügen. In der Regel sind die Social Games kostenlos, Geld wird erst im Spiel ausgegeben, wo man sich Vorteile erkaufen kann, um z.B. in ein besonderes Level zu kommen oder sich ein besseres Auto oder in eine Erweiterung für sein Restaurant investiert. Ihr seht schon – das monetäre Modell ist hier schon etabliert:-)

Das Prinzip der Spiele ist sehr einfach – meist sind es so genannte Aufbauspiele – so dass ein interessierter User das Spiel schnell versteht. Somit ist also auch für absolute Spielanfänger – wie Poldi – bestens geeignet. Meist baut der Spieler bei den Social Games etwas auf, eine Farm, ein Restaurant oder sogar einen Zoo. Von Zeit zu Zeit kommt der Spieler wieder, sammelt seine Erträge ein, tauscht, spielt mit seinem Haustier und entwickelt seine Welt weiter. Und damit man das nicht ganz alleine macht, lädt man am besten seine Freunde dazu mit ein – schließlich ist es ja ein Social Game :-) . Mit seinen Freunden kann man Geschäfte machen, Waren tauschen, spielen, sich gegenseitig motivieren. Es macht Spaß, wenn man seine Spielerfolge und -erfahrungen über das Netzwerk miteinander teilen kann. Es gibt aber auch Quiz- oder Geschicklichkeitsspiele.

Das Spiel Farmville spielen laut Facebaker (http://www.facebakers.com/facebook-applications/categories/games/) zur Zeit 62 368 156 Mio User weltweit – mit dieser Zahl ist es absolut führend. Das Spiel mit der zweit höchsten Userzahl ist dann Texas HoldEm Poker mit „nur noch“ 36 307 909 Mio Spielern. Laut einer Studie über Social Gamer (USA und UK) der Infosolutiongroup im Auftrag von PopCap Games (http://infosolutionsgroup.com/2010_PopCap_Social_Gaming_Research_Results.pdf spielen allein in USA und UK fast 100 Mio. Menschen Social Games. Übrigens mehr Frauen als Männer mit einem durchschnittlichen Alter von 43 Jahren – wie schön, dass ich den Durchschnitt für Deutschland ja dann wohl signifikant verjünge :-) ) Branchenanalysten erwarten, dass der Bereich Social Games im Jahr 2010 einen Umsatz von mehr als einer Milliarde USD erwirtschaftet.

Mein Haustier bei Pet Society heißt Jolle und Poldi spielt auch schon mit, als Poldini und wir haben uns schon Geschenke gemacht, zusammen Ball gespielt und uns gegenseitig besucht. Ja, somit bleibt er mir also doch zumindest virtuell unter der Woche erhalten. Aber eins muss ich doch noch dazu sagen. Auch wenn ich immer mal nur kurz bei Jolle vorbei schaue, es nimmt ganz schön viel Zeit in Anspruch – ob ich das auf Dauer mitmachen möchte, weiss ich noch nicht. Vielleicht bin ich einfach nicht der Typ für ein Haustier!

Bissverständnisse

19. August 2010

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht

Dass heute ein Blogeintrag von mir erscheint ist ein Wunder – denn seit letztem Wochenende bin ich in tiefer Trauer! Ok, ich habe vier Pfoten. Und eine Schnauze. Ich bin ein Hund. Aber trotzdem leide ich – denn seit letzen Wochenende ist Robbie Williams nicht mehr zu haben! Um Fairness zu zeigen, wünsche ich dem Ehepaar Williams gleichzeitig aber natürlich alles Glück der Welt. Und mit der Hoffnung, dass das Ganze sich am Ende (nicht) als PR-Gag herausstellt, widme ich mich heute einem besonders kontroversen Thema der Kommunikationsbranche: PR-Lügen.


Wer jemals ein Boulevardmagazin aufgeschlagen hat, weiß wovon ich spreche. Da müssen wir nicht mal ins Ausland gehen: Ferfried Prinz von Hohenzollern und Tatjana Gsell verfolgen mich immer noch in meinen Alpträumen. Und die Verlobung von Boris Becker und Sandy Meyer-Wölden war einfach zu kurz, um wahr zu sein. An dem Tag, an dem Kommissar Rex sich mit Paris Hiltons Tinkerbell zusammentut, um der Öffentlichkeit eine intakte Familie präsentieren zu können, werde ich mich mit meinen Freunden hemmungslos mit Isarwasser voll laufen lassen!


„Naja“, mag man denken, „Ein bisschen heiße Luft schadet ja nicht.“
Aber wo wird hier die Grenze gezogen zwischen Gag und Gefahr?
Für viel Pressewirbel sorgt Rapper Wyclef Jean mit seiner Kandidatur als Präsident Haitis. Zwar hat sich diese bisher nicht als PR-Aktion entpuppt, jedoch hört man vielerorts bereits die sprichwörtliche Nachtigall trapsen. Oscar-Preisträger Sean Penn beispielsweise kritisiert die pompöse Parade zur Kandidatur-Feier und bezeichnet diese als geschmacklos angesichts der verheerenden Armut, die in Haiti nicht erst nach dem Erdbeben Anfang des Jahres herrscht. Rapperkollege Pras Michel bescheinigt Wyclef Jean zwar ausreichend Patriotismus, nicht jedoch sonstige Qualifikation für das Amt des Präsidenten. Welche Gefahren birgt ein „Schein-Präsident“, der der Krise nicht gewachsen ist? Und wäre eine PR-Lüge die Morddrohungen wert, die bereits gegen ihn eingingen? Oder sind auch diese nur Fake? „If I was president“, heißt es in einem seiner Songs, „I‘d get elected on Friday, assassinated on Saturday and buried on Sunday.“ Jeder kann an dieser Stelle seine eigenen Gedankenschlüsse ziehen!


Natürlich dient PR immer dazu, ein Unternehmen, eine Einzelperson oder eine Organisation möglichst positiv in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Allerdings ist die Kommunikationsbranche kein moralfreies Gelände. So legt beispielsweise der „Code de Lisbonne“ die international geltenden ethischen Regeln für Public Relations festlegt und schließt Lügen sowie eine Täuschung der Öffentlichkeit aus. Eine ganze Reihe an Kommunikationswissenschaftlern nennt Lügen aber den „Kitt der Gesellschaft“ und stellt die Frage in den Raum, ob man mit schonungsloser Wahrheit tatsächlich immer erfolgreich sein kann?


Die Frage ist berechtigt, und kurzfristig können Lügen natürlich durchaus einiges bewegen. Langfristig aber, wenn es darum geht nachhaltig ein positives Image und eine Wertigkeit aufzubauen, funktioniert nur heiße Luft einfach eben doch nicht. Das bestätigt mir meine PR-Erfahrung täglich aufs Neue. Und daher gehöre ich zu den Verfechtern eines fundamentalen PR-Grundprinzips: Man muss nicht alles sagen was wahr ist, aber alles was man sagt, sollte wahr sein. Denn am Ende des Tages währt ehrlich eben doch am längsten.


Und vor daher mach ich Euch jetzt auch weiter mal nichts vor – sondern verabschiede mich ins Wochenende und werde mich ungestört meinem Robbie-Liebeskummer hingeben (und okay, mich vielleicht mit Gedanken an Robert Pattinson oder einem saftigen Steak trösten…… )


Walkie-Doggie

12. August 2010

I’m too sexy for my phone!

…..so so so. Wir wussten ja alle schon, dass iPhone Besitzer zu einer zwar breiten Masse – ich meine natürlich Elite :-) – gehören. Aber dass diese jetzt auch mehr Sex haben sollen als Blackberry oder Android-Nutzer, das ist die neueste Erkenntnis!


Mein iBusiness Newsletter hält mich mit den neuesten Online und Mobile Trends auf dem Laufenden. Und so konnte ich heute lesen, dass Iphone-Nutzer im Schnitt auf 10 (Männer) bzw. 12 (Frauen) Sexualpartner kommen. Android-Besutzer liegen bei der Hälfte. Und Blackberry-Nutzer so dazwischen. Das berichtet zumindest der OkCupid Marktforscher…bzw. eigentlich sind die ja ein Dating Portal. Aber wen interessiert das schon bei solch griffigen Statistiken!


Hier hat OkCupid das Ganze übrigens bildlich aufgedröselt:
OkCupid


Man stellt da ja dann seine Überlegungen an: Sind iPhone-User wirklich sexuell aktiver, oder ist vielleicht einfach die Organiser-Funktion besser, so dass sie mehr Sexpartner am Tag unterbringen können? Bringt das iPhone seinem User eventuell sogar mehr Stunden am Tag? Die Kosten würden diesen Schluss ja durchaus nahelegen. :-) Oder gehören iPhone User einfach zu denen, die öfters mal was Neues ausprobieren müssen? Hinterlässt das gesteigerte „Apps runterladen“ vielleicht auch einfach ein unglaubliches Gefühl der Leere, das nur durch gesteigerte sexuelle Aktivität kompensiert werden kann?


Nur ein paar der fundamentale Fragen, die mir im Sommerloch so durch meinen Kopf jagen – und mir zeigen, dass das iPhone aber auch wirklich für jede Schlagzeile zu haben ist!

cats vs. dogs

5. August 2010

Gucken statt Klicken!

Gleich Mittagspause! Nur schnell noch im Internet auf die dog-and-food.de-Seite und ein Kilo Hundefutter bestellen. Ach, schon wieder dieser Popup-Banner, den man wegklicken muss – wie ärgerlich:-((


Dabei hat doch gerade der Chef des Online-Vermarkters Tomorrow Focus, Stefan Winners, gegenüber der Financial Times Deutschland behauptet, dass der Erfolg von Online-Werbung unzureichend gemessen wird. Denn obwohl grundsätzlich nur ein kleiner Teil der Nutzer auf Online-Banner klicke (laut US-Marktforscher Comscore sind acht Prozent der Nutzer für 80 Prozent der Klicks verantwortlich), werde von den Werbekunden immer noch der Erfolg einer solchen Werbung an der Klickrate festgemacht. Stattdessen rät Winners dazu, die Wirkung einer Online-Kampagne an den darauf folgenden Abverkaufszahlen bzw. Imagewerten zu messen.


Die Relevanz von Online-Werbung, die Winners anspricht, wird auch auf Internet World Business online schon heiß diskutiert. Martin Schmitz, ganz-muenchen.de, weist darauf hin, dass eine inhaltlich auf das Zielpublikum der Website abgestimmte Aussage eine größere Werbewirkung entfaltet und mehr Kunden hervorbringt, als jedes noch so nervtötend blinkende, aufdringliche Popup- oder -under-Banner, das den Website-Besucher zum Klicken bringen soll – zur Not auch unabsichtlich (wenn der Banner z.B. wie ein flinkes Kaninchen von einer Ecke des Bildschirms zur anderen hin- und herwuselt)!


Alternativ auf ein größeres Format zu setzen, wie es Winners vorschlägt, hält Schmitz dagegen nicht für sinnvoll und misst der Botschaft, die das Motiv transportiert, größere Bedeutung bei. Die Wirkung sei also der einer Print-Werbung gleichzusetzen. Hmm, was soll man davon halten? Ist dann der ganze Web 2.0/3.0-Hype doch nur Schmu, da alleine die Message zählt? Dass es auf den Inhalt ankommt, ist ja kein Geheimnis, denn wer ärgert sich nicht über nichtssagende, ihn nicht tangierende Werbung, die einem penetrant ins Gesicht springt. Und wenn man sie dann noch nicht mal einfach wegklicken kann – umso ärgerlicher!


Online Werbung

Andererseits bietet ja doch der virtuelle Kanal eine Fülle an Möglichkeiten, mit dem Konsumenten in Kontakt zu treten, die man Print einfach nicht abverlangen kann. Oder hat jemand schon mal einen Passanten in ein Plakat eintreten sehen, weil er das dort abgebildete Produkt so attraktiv fand? Wohl kaum, dennoch wäre das der adäquate Vergleich. Denn der Klick auf das Banner/den Link führt den Website-Besucher direkt auf die Page des anbietenden Unternehmens und bietet so natürlich die Chance, dass er sich tatsächlich bewusst für das Produkt entscheidet. Zudem kann er sich – sofern vorhanden – über ein Forum mit anderen Konsumenten über deren Erfahrung austauschen, Produktbroschüren anfordern/herunterladen, ein Video anschauen etc., etc.


Meine Meinung ist: Die Kombination macht’s! Relevante Inhalte und die interaktiven Möglichkeiten des Web 2.0 nutzen – so wird ein Hundeknochen draus:-)) Und dann klappt’s auch mit der dog-and-food.de-Seite.

Kampagnen auf der Spur

2. August 2010

…und hier der Spot dazu!

Kampagnen auf der Spur

29. Juli 2010

Hände hoch und Buxe runter!

War ich froh, als unser Cop sein bestes Stück mit einem roten Seidentuch bedeckt hielt – denn mehr als meine vier Pfoten konnte ich wirklich nicht mehr vor meine Augen halten.


Rückblick: Ich war letzten Samstag wieder einmal auf einem Junggesellinnenabschied – dieses Mal wurde das volle Programm durchgezogen, von pubertärer Kuss-Sammelaufgabe über peinliche Sexspielzeug-Verkaufsaktion bis hin zum besinnungslosen Besäufnis. Um auch wirklich alle Klischees zu erfüllen, stand dann zum krönenden Höhepunkt der Polizist Ben auf der Matte. Was dann passierte, möchte ich nur kurz anreißen (nicht damit Poldi und seine Altersgenossen von unserem Freund und Helfer ein falsches Bild bekommen): Polizist Ben kam mit Uniform und Mütze, ließ passend zum Takt der Musik („You can leave your hat on“) – gefühlt sekündlich – ein Kleidungsstück nach dem anderen fallen, setzte seine Mütze auf der Junggesellin ab und entledigte sich seines letzten Kleidungsstücks. Und dann war nur noch rot zu sehen – also das Seidentuch – zumindest glaube ich das, ich habe mir ja wie gesagt die Augen mit den Pfoten zugehalten. Dann ging der Polizist Ben ohne Uniform und Mütze.


So überrascht, wie unsere Junggesellin war, als sie dem Stripper in Polizeiuniform die Wohnungstür öffnete, werden demnächst – so hofft die Hamburger Agentur Grabarz & Partner – auch die Menschen vor dem Fernseher beim neuen Veltins-Werbespot sein. Denn genau auf den Überraschungseffekt setzt diese Werbung. Überraschungen bringen laut Veltins-Marketingdirektor Herbert Sollich mehr Emotionalität. In dem neuen Fernsehspot, der ab morgen zu sehen ist, werden zwei Polizisten, die eigentlich einer zu lauten Hausparty den Saft abdrehen wollen, plötzlich der Mittelpunkt der lustigen Partygesellschaft. Der Gastgeber, der unbedingt das Party-Aus verhindern will, legt passende Strip-Musik ein und kündigt die Gesetzeshüter groß an als…Partystripper!


Der einen oder anderen wird sicherlich heiß bei dem Gedanken an strippende Polizisten – ob diese aber zur Abkühlung auch genug Veltins trinken, dass das aktuelle Minus von 2,6 Prozent ausgeglichen werden kann, wird sich erst noch zeigen.


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Walkie-Doggie

23. Juli 2010

Wie, wann und wo du willst

Ciocca checked in @ Dampfersteg Utting. Aha! Während ich hier fleißig im Büro schufte, hat sich meine beste Freundin Ciocca von der Arbeit an den Ammersee verdrückt, um dort das schöne Wetter zu genießen. Woher ich das weiß? Von Facebook natürlich – da hält Ciocca ja all ihre Freunde über ihr Leben auf dem Laufenden. Und wie ihr ja sicherlich wisst, bin ich ja selbst auch in diesem sozialen Netzwerk zuhause und so bestens darüber informiert, was Ciocca so treibt. Nun könnte man natürlich denken, am Dampfersteg Utting seien Computer Mangelware – und hat wahrscheinlich Recht damit. Aber wer braucht im Zeitalter der LBS noch Computer?


Genau, LBS. Das steht für Location-based Services und ist momentan eines DER Schlagwörter der mobilen Welt. Kurz gesagt handelt es sich dabei um Anwendungen, die genau erkennen, wo man sich gerade befindet und einem sagen, wo man in der Umgebung shoppen, essen, Sightseeing betreiben oder sogar wohnen kann. Im Zeitalter der iPhones, iPads und Smartphones finden diese mobilen Dienste natürlich reißenden Absatz. Experten gehen sogar davon aus, dass sie bis zum Jahr 2014 einen Umsatz von 12,7 Milliarden erwirtschaften werden. Bei einem Blick auf Facebook fällt es nicht schwer, das zu glauben. Täglich posten meine Freunde, wo sie gerade einchecken (Poldi übrigens nicht, ich habe ihm gesagt, er sei noch zu klein für ein eigenes Facebook-Profil; immerhin wollen wir Erwachsenen auch mal unter uns sein). Bei dem „Check-in“ Service handelt es sich übrigens um Foursquare vom Anbieter South by Southwest Interactive, den absoluten Renner aus den USA, der auch Beurteilungen der jeweiligen Lokalität zulässt und inzwischen knapp 2 Millionen Nutzer verzeichnet. Aber er ist nur einer von vielen Social LBS. So ist Friendticker das deutsche Pendant zu Foursquare, und auch Facebook arbeitet an einem ähnlichen lokalen Dienst.


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Grundsätzlich existieren LBS natürlich nicht nur im Socializing-Bereich. Google und die Gelben Seiten dienen als mobiles Branchenverzeichnis, wetter.com und Nokia Maps geben Infos rund um Lage und Witterung, kaufda und pizza.de sorgen für Shopping und Verpflegung – und wem es in einem Stadtteil besonders gut gefällt, der kann sich über den LBS von Immobilienscout24 sogar die passende Wohnung suchen – wobei ich natürlich nichts anderes empfehlen kann als die Viertel rund um den Englischen Garten!


Soviel dazu, was man / Hund mit den lokalen Services so alles herausfinden kann. Besonders viele Chancen eröffnen sie aber natürlich auch Marketern auf der ganzen Welt – LBS sind die perfekte Möglichkeit für zielgerichtete Kampagnen. Wäre ich beispielsweise ein Hundefutterhersteller, ich würde jeden Tag verkünden, wo ich wann welche Köstlichkeit gratis verteile – Rindfleischcookies am Dienstag mittag am Monopterus im Englischen Garten, Donnerstag Feierabend-Fleischbrühe im Pasinger Stadtpark, Freitag morgen Frühschoppen mit Weißwurstsnack mitten auf dem Marienplatz,… Die Möglichkeiten sind grenzenlos – und das natürlich nicht nur für die Vierbeinerbranche. So verrät der Adidas Urban Art Guide Straßenkunst-Fans neben den Standorten der Adidas Stores beispielsweise, wo sie den Graffitti Berlins und Hamburgs finden. Das US-Start-Up Placecast hat einen ShopAlert entwickelt, der sofort Bescheid gibt, wenn sich in einem bestimmten Radius rund um den eigenen Standort ein Shop der zuvor definierten Lieblingsmarke befindet. Und der Outdoor-Bekleidungshersteller Mammut hat ein sogar eigenes Geo-Caching Game auf die Beine gestellt.


Ich gebe zu: Mir war meine Welt bisher eigentlich groß genug – den Metzger meines Vertrauens und meine Freunde habe ich auch so immer ganz gut gefunden. Und ein bisschen skeptisch bin ich da schon angesichts der ganzen lokalen Applikationen, die es inzwischen gibt, immerhin ist man vom Mehr an Informationen schnell auch mal überfordert. Zusätzlich stellt sich auch die Frage, ob man wirklich noch eine digitale Plattform mehr in seinem Leben haben möchte, über die man mit Werbung bombardiert wird? Wahrscheinlich geht es auch hier einmal mehr darum, den goldenen Mittelweg zu finden. Und cool ist es ja irgendwie schon, allen mitteilen zu können: „Jolie just checked in @ Eisbach-Welle“.

Bissverständnisse

15. Juli 2010

Digitale Eingeborene ODER: Mit MfG fing alles an…

„KO20MISPÄ“ – Hä, was soll das denn nun schon wieder bedeuten? Poldi kann sich manchmal immer noch nicht verständlich ausdrücken und schon gar nicht per SMS! Dabei ist er doch inzwischen schon seit fast acht Monaten in einer Agentur für Communications Management!


Ist diese Miss- oder Nichtkommunikation wohl ein Generationenproblem oder liegt sie in der Wahl der Kommunikationsmittel begründet? Oder hängt das eine womöglich eng mit dem anderen zusammen? Immer öfter ist in den Medien die Rede von den Digital Natives oder der Generation Y. Bezeichnet werden damit – je nach Definition – Menschen, die sozusagen mit den digitalen Technologien (Computer, Internet, Handy, MP3 etc.) aufgewachsen sind und diese selbstverständlich für ihren Alltag nutzen. Das Pendant dazu ist der Digital Immigrant, der zum größten Teil noch in der analogen Welt sozialisiert wurde und die modernen Kommunikationsmittel erst im Erwachsenenalter kennengelernt hat.
D.h. ich bin noch ein Digital Immigrant, während Poldi schon den Digital Natives zuzurechnen ist. Kein Wunder, dass es manchmal in der Kommunikation nicht so ganz klappt.


Einleuchtend, dass die digitale Information auch die Wahrnehmung und Kommunikation auf Dauer verändert. Um trotzdem den Dialog mit den Analogen zu fördern, hat sich die digitale Bevölkerungsgruppe sogar in Form eines gemeinsamen Projekts des Berkman Center for Internet & Society an der Harvard University und des Research Center for Information Law an der Universität St. Gallen zusammengerauft. Ziel ist es, junge Leute, die im digitalen Zeitalter aufwachsen, zu unterstützen und verstehen.
Zudem hat der BITKOM-Verband zusammen mit der Vereinigung Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) einen Kreativwettbewerb für junge Internetnutzer ausgeschrieben. Unter dem Motto „Digitale Identität 2020“ können Beiträge von 14- bis 26-Jährigen in Form von z.B. Videos, Audiobeiträgen, Comics oder Kurzgeschichten eingereicht werden, die beschreiben, wie sie sich das virtuelle Leben in zehn Jahren vorstellen – wenn also bereits die nächste Generation Digital Natives herangewachsen sein wird – als Web3.0-Generation Z?


Das Wesentliche bei der Kommunikation über die noch relativ neuen Kommunikationsmittel ist die Kürze. Denn der Konsum von Information muss heutzutage schnell vonstatten gehen, und nicht selten werden vom Konsumenten mehrere Informationskanäle gleichzeitig verfolgt, wie per E-Mail, Handy, Social Network, Online-Newsportal und was es ja sonst noch so gibt. Online-Artikel sind in der Regel recht knapp gehalten, tiefergehende Information findet man, wenn man sich durch die Verlinkung klickt. Auch in Blogs und Foren wird selten um den heißen Brei geredet, und es tauchen Formulierungen auf, die unsereiner aus der analogen Welt kaum nachvollziehen kann. Social Networks wie Facebook vereinfachen die Kommunikation ebenfalls: Mit einem schlichten Klick auf den „like“-Button kann man ausdrücken, dass man die Aussage oder den Status eines Freundes mag (warum gibt es eigentlich keinen „dislike“-Button?).


Auch bei der Handykommunikation bildet die Kürze ein wesentliches Merkmal, schließlich bietet die Option SMS (= Short Message Service) nur 160 Zeichen, um sich auszudrücken (die erste wurde übrigens am 3. Dezember 1992 von einem PC an ein Mobiltelefon im britischen Vodafone-Netz gesendet, falls diese viel zu lange, redundante Information jemanden der Digital-Immigrant-Generation interessiert:-))
Inzwischen gibt es ein ganzes Regelwerk für SMS-Abkürzungen: BABS steht so z.B. für „Bin auf Brautsuche“, BIGBEDI für „Bin gleich bei dir“, FANTA für „Fahr noch tanken“ oder HAFSMDWAV für „Harry, fahr schon mal den Wagen vor“ – kann man ja immer gebrauchen. :-) Und so habe ich als Kommunikationstalent auch gleich mal Poldis Botschaft entschlüsselt: „Komme 20 Minuten später“. Da bleibe ich doch souverän und antworte punktgenau und ohne Umschweife: BBB – und denke Bye Bye Baby, ich bin dann mal weg!


PS: Aber eigentlich fing doch alles ganz harmlos mit MfG an…


cats vs. dogs

9. Juli 2010

Mensch oder Technik? Spiel oder Perfektion?

Ja, auch heute widme ich mich meinem aktuellen Lieblingsthema….aber Fußball ist eben einfach so facettenreich für uns Kommunikationsexperten!
Am Sonntag ist es soweit -zwar nicht mein Traumfinale, aber okay, ich habe die spanische Grippe verdaut – die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika sieht ihrem emotionalen und wettbewerbstechnischen Finale entgegen.


Damit wird die aktuelle Debatte darüber, wie viel Technik das Spiel verträgt, angeheizt. Mit der Revanche des Wembley-Tores von 1966 ist die langjährige Debatte über die Einführung von technischen Hilfsmitteln wie Torrichtern, Torkameras oder einem Ball mit integrierter Chiptechnologie jetzt endgültig angestoßen. Sogar die Fifa hinterfragt ihre bis dato gehegten Zweifel ob der technischen Notwendigkeit. Meine Hundenase sagt mir, dass die Entscheidung dazu bald kommen wird. Die Technik immerhin ist voll ausgereift, der Chip im Ball wäre laut der in Ismaning ansässigen Firma Cairos Technologies „in 24 Stunden einsatzbereit“. Verfolgt man jedoch die Berichterstattung und Kommentare in Foren und Blogs dazu, so lässt sich dieses Thema immer wieder auf die Frage reduzieren, wie viel Technologie ein Spiel veträgt, das seit über hundert Jahren so und nicht anders gespielt wird? Dessen Faszination und Emotionalität gerade in der Unvorhersehbarkeit des Spielverlaufs und Spielergebnisses begründet liegt, manchmal eben auch begründet in der Fehlentscheidung des Schiedsrichters? Die öffentliche Debatte darüber wird heftig geführt und immer wieder dreht sich die Frage darum, ob man mit dem Einsatz von technischen Hilfsmitteln das Wesen des Fußballs an sich verändern würde.


Fest steht, das Spiel lebt davon, dass es von Menschen gespielt und gepfiffen wird, und wo Menschen arbeiten, fallen Späne. Aber es geht auch ein Stück weit um die Frage, ob wir in einem stark technologisierten Alltag, der uns viele Vorteile bringt, Bereiche wie den Fußball – der seit einem Jahrhundert wie keine andere Sportart Menschen jeglicher sozialen Klasse, Altersschicht oder Nationalität verbindet – davor bewahren will, bis ins letzte Detail kontrolliert zu werden. Wo es möglich ist, dass Fehlentscheidungen wie das Wembley-Tor 1966 noch Generationen später bewegen!
Auf der anderen Seite: Ist der Chip erstmal im Ball, dann wird man ihn nicht mehr missen wollen, soviel steht fest. Dann kann man sich einen Fußball ohne klare technische Beweisführung oder softwarebasierte Torentscheidung nicht mehr vorstellen – so wie man sich heute auch nur noch wenig an das Leben ohne Handy oder Computer erinnern kann.


Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM eine repräsentative Umfrage durchgeführt. (http://www.bitkom.org/de/presse/8477_64146.aspx) Das Ergebnis ist widersprüchlich: Demnach befürworten Dreiviertel aller Fußballinteressierten den Einsatz technischer Hilfsmittel wie Videobeweis und Chip im Ball als mögliches Schiedsrichter-Korrektiv. Allerdings wollen 22 Prozent diese Instrumente nur einsetzen, wenn es um die Frage geht: Tor oder kein Tor? Überraschend: Gerade die technikaffinen Teenager (14 bis 19 Jahre) lehnen laut Umfrageergebnis technische Hilfsmittel im Fußball ab (42 Prozent), bei den über 60-Jährigen tun dies nur 15 Prozent. Wie es zu diesen Unterschieden zwischen der jüngsten und der ältesten Altersgruppe in der Gesamtbevölkerung kommt, kann jeder selbst spekulieren. Wir werden sehen, welche Entscheidung die FIFA treffen wird und wohin sie führt.


Aber – ich geb‘s zu. Mir reicht das ich als Hund eine Chip habe. Und von daher kann ich sagen, der Ball braucht keinen!


Allgemein

5. Juli 2010

4:0

Da war uns die Siegesgöttin am Samstag doch wieder hold! Und hier wie versprochen die aktuelle Blumentopf-Raportage dazu: