Industrie 4.0 war gestern – jetzt kommt die Straßenverkehrsordnung 4.0. Denn es gibt eine ganz neue und bis vor Kurzem noch unbekannte Gefahr im Straßenverkehr – Smombies. Bitte was?, werden sich die meisten jetzt vielleicht fragen. Smombie wurde 2015 zum Jugendwort des Jahres gekürt und beschreibt Menschen, die wie besessen auf ihr Smartphone starren und von der Umwelt herzlich wenig mitbekommen. Wenn dann auch noch Kopfhörer und Musik ins Spiel kommen, kann das nicht nur ihnen, sondern auch anderen Verkehrsteilnehmern zum Verhängnis werden.

In München ist im März ein Mädchen von der Tram erfasst und getötet worden, wahrscheinlich weil sie Kopfhörer trug und durch ihr Smartphone abgelenkt wurde.
Damit sich solche tragischen Unfälle nicht häufen, wurden jetzt Pilotprojekte in Augsburg und Köln ins Leben gerufen, die Smombies vor Gefahren warnen sollen.

Für die Generation „Kopf nach unten“ sind Straßenschilder und Ampeln fast sinnlos. Denn wer bemerkt schon eine rote Ampel, wenn er grade eine Whatsapp verschickt, die neuesten Nachrichten abruft oder ein spannendes Spiel zockt?
Deshalb steht der Straßenverkehr vielleicht bald Kopf – das erste Projekt sind Fußbodenampeln, die mit ihrem grellen rot Smombies entgegen leuchten und sie warnen sollen. In Augsburg sind diese Bodenampelsysteme an zwei Straßenbahnhaltestellen angebracht und kommen bei der Bevölkerung bisher sehr gut an.

Bleibt wohl abzuwarten, ob sich diese Neuerung deutschlandweit durchsetzen wird. Wenn es Leben schützt, sollte eigentlich nichts dagegen sprechen. Aber vielleicht kann auch jeder selbst ein bisschen dazu beitragen und weniger Smombie und mehr Touri sein, seine Umwelt real wahrnehmen und nicht durch die digitale Welt auf dem Smartphone.

Quelle: http://www.br.de/nachrichten/schwaben/inhalt/smombie-augsburg-ampeln-strassenbahn-100.html